📸 🌳Die Weißbeerige Mistel am Mondsee, wie sie auch in vielen Flußauen heimisch ist 📸🌳

in #deutsch6 months ago

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Die Mistel fasziniert die Menschheit schon seit langer Zeit . Für Griechen, Kelten und Germanen hatte sie mythische Bedeutung, die Pflanze, die zwischen Himmel und Erde wächst. Sie ist ein sogenannter Halbschmarotzer, da sie keine Wurzeln unter der Erde hat. Sie hat Saugwurzeln ausgebildet, diese dringen in die Rinde von Bäumen ein, um dort die lebensnotwendigen Stoffe aus den Leitungsbahnen des Wirtsbaumes abzusaugen.

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Wenn fast alle Laubbäume in der Winterruhe ihre Blätter abgeworfen haben, wundert man sich über die satten grünen Kugeln, die wie Vogelnester von Elstern oder Krähen in den Astgabeln verankert sind.
Für die Verbreitung der Misteln sind auch Vögel verantwortlich, die die Beeren der Misteln fressen und mit dem Kot wieder ausscheiden.
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Die Beeren reifen in der Adventszeit, sodaß die grünen Zweige mit den weißen Beeren zu Weihnachten ein beliebtes Dekomaterial liefern. Die Blüte fand bereits ca. 9 Monate früher im Februar, März statt.

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Wenn die Dämmerung einsetzt, eventuell bei Nebel oder tiefhängenden Wolken wird man leicht von einer Stimmung erfaßt, die die Mythenbildung in grauer Vorzeit erklärt.

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Besonders im Winter sind die meist kugelrunden Büschel weithin sichtbar, denn im Gegensatz zu ihren häufigsten Wirtsbäumen Pappeln, Weiden und anderen Pflanzen sind Misteln immergrün. Man sieht sie oft in feucht-milden Klimazonen, zum Beispiel in den Flussauen entlang der Flüsse und Bäche. Im trockeneren kontinentalen Klima Osteuropas sind sie hingegen seltener. Wegen ihrer immergrünen Blätter vertragen Misteln keine intensive Wintersonne – sind die Leitungsbahnen der Wirtspflanze eingefroren, leiden die Misteln schnell unter Wassermangel – ihre grünen Blätter vertrocknen dann und werden braun.

💊Misteln als medizinischer Rohstoff
Die weißen Beeren und auch die übrigen Pflanzenteile der Mistel sind giftig und sollten deshalb nicht in Reichweite von Kindern wachsen. Aber wie immer macht die Dosis das Gift: Schon seit der Antike wird die Mistel als natürliches Heilmittel gegen Schwindel und epileptische Anfälle eingesetzt. In der modernen Medizin findet der Saft unter anderem als Rohstoff für blutdrucksenkende Präparate Verwendung. Speziell in der alternativen Medizin werden Mistelpräparate in der Krebsbekämpfung eingesetzt. Was aber nach dem jetzigen Kenntnisstand umstritten ist.
Bis heute haben sich alte Bräuche gehalten, die darauf zurück zu führen sind, daß die Mistel als Wunderpflanze gilt, ein Symbol für Fruchtbarkeit und Glück. So soll es Glück bringen die Braut unter einem Mistelzweig zu küssen, für eine dauerhafte Bindung und Fruchtbarkeit.

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Aus der Welt der Mythen und Geister ging es Richtung Mondsee durch ein urwüchsiges Biotop

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Der schöne, im Sommer gern besuchte Badestrand, lag verwaist da

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Im Hintergrund wacht die Henneburg über diesen idyllischen Ort

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Zum Abschied, bei einsetzender Dämmerung noch ein Blick über den See, bevor es heimwärts ging.

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Deinen Beitrag habe ich sehr gern gelesen, lieber Jochen. Die lehrreichen Informationen hast du total ansprechend zusammengefasst und die tollen Fotos verleihen dem Text fast schon etwas Mystisches. Danke, hat Spaß gemacht!
Liebe Grüße,
Chriddi

Guten Tag liebe Chriddi, es freut mich, daß dir der Beitrag gefallen hat. Die Misteln sind schon ausgefallene Gewächse. Ich war auch der landläufigen Meinung, daß sie unter Naturschutz stehen, aber das Gegenteil ist der Fall. Schmarotzer oder Halbschmarotzer heißt ja nicht automatisch kein Naturschutz. Da fallen mir sofort einige Pilze ein, die geschützt sind. Daß der Preis hoch sein soll wenn man sie kauft, kann ich mir garnicht vorstellen, so verbreitet wie sie hier sind, in allen Größen.
Wie sieht es aus bei Euch, jetzt solltest du deinen ersehnten Schnee haben und kalt genug ist es auch??
Viel Vergnügen beim Abfahrtslauf herzliche Grüße Jochen

Hihi, zum Abfahrtslauf reicht's hier wohl nicht, was natürlich nicht an den Schneemengen liegt... ;-)
Jo. Nun ist er da, der Schnee. Sieht hübsch aus und gibt einem endlich mal wieder das Gefühl, dass wirklich Winter ist.
Am Wochenende könnte es heftig werden - es ist Ostwind in Verbindung mit Schneestürmen angesagt. Aber traue einem Metereologen erst, wenn das Wetter da ist: Die Prognosen gehen von "Katastrophe wie im Winter 1978/79" bis "60 cm Neuschnee, nein, 30 cm Neuschnee, ach, zieht an uns vorbei"...
Ich werde berichten... ;-)
Schönes Wochenende,
liebe Grüße,
Chriddi

Am Wochenende könnte es heftig werden - es ist Ostwind in Verbindung mit Schneestürmen angesagt. Aber traue einem Metereologen erst, wenn das Wetter da ist: Die Prognosen gehen von "Katastrophe wie im Winter 1978/79" bis "60 cm Neuschnee, nein, 30 cm Neuschnee, ach, zieht an uns vorbei"...

Skiheil liebe Christiane,
Es könnte bei euch vorbei ziehen, lt. Wetterkarte und 60 cm Neuschnee, bei Ostwind mit entsprechenden Verwehungen, wünscht sich das nicht jeder. Ich erinnere mich an 3-4 außergewöhnliche Winter. Der von 1978/79 liegt ganz vorne. Mir fallen sofort die zugewehten Straßen und Gehöfte ein, die tagelang von der Außenwelt abgeschnitten waren und die Aktionen der Bergepanzer der Bundeswehr, mit angebauten Schneeschiebern. Die mußten bei den Räumarbeiten vorsichtig zu Werke gehen, denn in einer Schneewächte konnte auch ein Auto eingeschneit sein. Einen starken Winter 1959/60, auch in Norddeutschland, hab ich bei der Bundeswehr erlebt. Wir sind von Nienburg/Weser nach Putlos an die Ostseeküste zum Gefechtsschießen gefahren. Die Fahrzeuge, kein beheizter Bus sondern Planen-Unimogs. Die Kolonne hat viele Stunden gebraucht und es war a...kalt. Wir Wehrpflichtigen übernachteten in Holzbaracken, der Unteroffiziersanwärter- Lehrgang in Iglus Marke Eigenbau als Härteübung. Die Gefechtsübungen, bei 50 cm Schneehöhe und Ostwind in küstennähe, waren nicht von schlechten Eltern. Nach dem Abendessen gab es Grog zum Auftauen.
Für Euch sollte es bei Grog, Glühwein oder Punsch bleiben, für den Fall, daß ihr einige Stunden Härteübungen mit dem Schneeschieber oder ähnlichem Gerät ableisten mußtet.
Liebe Grüße Jochen

Wow, danke für die ausführlichen Erinnerungen!
Ich habe als Kind 78/79 erlebt. In erster Linie verbinde ich die Schneekatastrophe mit sehr viel Spaß. Wir sind vom Garagendach aus in Schneewehen gesprungen. Immer wieder. Zum Einkauf ging’s mit dem Schlitten auf der sonst viel befahrenen Hauptstraße. Zum anderen gab‘s auch Tränen, weil meine Kindergeburtstagsfeier ausfallen musste - kein Kind konnte kommen.
An die Enttäuschung, den Schmerz für ein Kind, muss ich in letzter Zeit (auch ohne Schnee) oft denken: Wie viele Kinder müssen wegen Corona auf so viel verzichten?
Na ja, ich muss los - Rum kaufen... 😂

Wenn ein Kindergeburtstag ausfällt ist ist das eine schmerzliche Erfahrung. Ich denke da an eine "ähnliche Episode", aber mit lustigem Ausgang. Eine Enkelin hatte mit ihrer Mutter zu ihrem 4. Geburtstag alles für eine Feier bestens vorbereitet. Es war schon 16 Uhr als ich unser Geschenk vorbei brachte. Sie war sehr aufgeregt (nicht wegen mir....) fast aufgelöst sagte sie zu ihrer Mutter:Es kommt niemand, ruf sofort jemand an. Gücklicher Weise trudelten bald die gewünschten Gäste ein und die Welt war wieder in Ordnung.
Im Gegensatz zu den vielen Kindern, die auf vieles verzichten, zurück stellen müssen. Wie soll man ihnen verständlich machen, daß einges nicht geht, was eigentlich gehen würde, wenn es nicht untersagt wäre.
Nicht möglich wegen Maßnahmen, die nicht nachzuvollziehen sind, da sie auch teilweise absolut unverständlich sind. Kontakte minimieren, Abstandhalten oK, aber nicht die Logik außer acht lassen und von verhältnismäßig nur reden.

Komisches Gewächs so eine Mistel. Ich denk immer so, die müsste man herrausschneiden. Die sind doch bestimmt wie ein Klotz am Bein für den Baum.
Weihnachten habe ich ein wenig Ausschau danach gehalten und keine gefunden..

Guten Tag mflegerbein,
das ist hier ganz anders. Misteln gibt es in Hülle und Fülle, wo man hin schaut. In den Bäumen am Ufer von Main, Tauber, größeren Bächen und Streuobstwiesen.

Vielen Dank und ein schönes Wochenende wünsche ich dir. Lg Jochen