Was ist nicht normal? | Täglich ein neues Thema, Tag 31 @isarmoewe

in #deutsch2 years ago

Oder anders:

Was ist normal?

Hier soll es kurz darum gehen, wie man sich selbst mental schwächen oder stärken kann, wenn man bestimmte Gedanken wiederholt.
Wenn ich mir selbst vorwerfe, dass etwas, was ich tue, nicht normal sei, dann liege ich höchstwahrscheinlich falsch. Denn "unnormal", wie du dir in diesem Moment auch vorkommen kannst, so fühlen sich zehn von zehn anderen in deinem Umfeld auch. Zumindest dann, wenn sie ihre Gedankengänge und "seltsamen Aktionen" selbst nicht annehmen und als Teil ihrer selbst anerkennen.
Wie ich auf diesen Gedanken komme? Nun, falls man es nicht erkannt hat, geht es hierbei um Depression. Den ständigen Vorwurf den sich eine Person meines Umfeldes macht, sie würde ständig etwas falsch machen, irrational handeln oder sich von viel zu banalen Dingen aufregen lassen. Wenn sich jemand seine Platzangst als irrational und idiotisch vorwirft, dann kann das nicht gerade zur Überwindung beitragen, sondern kann zusammen mit anderen Vorwürfen unweigerlich nur in eine Richtung führen: Nach unten.
Jedes Hirn ist irrational, oder hat manchmal den falschen Riecher und unrecht. Genauso sollte es aber die oberste Aufgabe eines Jeden sein, das eigene in den Zustand zu bewegen, in dem es ihm gut geht und er sich wohlfühlt.
Wenn jemand mit Depression Erfahrung sammeln muss und den Mut verliert, könnten diese Festhaltungen vielleicht helfen:

  • Nur du kannst diese Veränderung für dich bewirken. Da es hierbei um deine Art die Welt zu sehen geht, kannst du dir selbst am besten und effektivsten helfen. Es ist deine Kopfsache.
  • Du kannst sie nur von innen bewegen. Schau nach, welche Gedanken dich runterziehen und wie du den Sachverhalt positiv sehen kannst.
  • Die Veränderung ist ein langwieriger Prozess. Lass dich nicht von Rückschlägen aufhalten. Gestern ein Hoch gehabt und nicht halten können? Das nächste kommt schneller als das letzte.

Wie komme ich dazu, mir diese Liste anzumaßen? Nun, wirklich lebensfroh bin ich nicht, habe immernoch keinen Plan, wozu ich genau da bin, werde dieses Jahr mein Informatikstudium anfangen, weil Programmieren mein Hobby ist und ich keinen Plan habe, was ich sonst machen soll, im Leben zu stehen fühle ich auch nicht. Eins ist allerdings besser als noch vor einem Jahr: Ich fühle mich innerlich zufriedener, glücklicher oder wie auch immer man mentale Gesundheit ausdrückt. Und diese Woche war ich ein paar Minuten draußen und habe tatsächlich positive Gefühle und Motivation gespürt, als mir die Sonne morgens die Haut beschienen hat.
Für den Kontrast: In der Grundschule habe ich überlegt, ob ich wirklich springen, hängen oder schneiden soll. Hatte halt gar keine Freunde... Nur den, der mir dann den Tod gewünscht hat. Aber auch wenn ich nicht geglaubt hätte, dass es jemand bemerkt, hat meine Mutter mitbekommen, dass es mir nicht gut geht. Helfen konnte sie mir aber nicht, denn "Du kannst sie nur von innen bewegen".


So, es war eigentlich von @isarmoewe gesagt fünf Minuten... Nach dem vierten Timer habe ich die die Regel über geworfen. Nach drei Monaten motivations- und ideenloser Stille kann ich ja mal wieder einen Versuch wagen :D

Fällt jemandem auf, dass ich meine Gedanken nicht zusammen halten konnte und deshalb ein Teil anders geschrieben ist als der andere? Selbstbeobachtung ist so eine Sache, die ich mir seit vielleicht acht Jahren antrainiert habe. Ich habe mich während des Schreibens dauerhaft beobachtet und mir ist aufgefallen, wann ich den Vorhang habe fallen lassen...
Ich hätte den Post auch in fünf anderen Weisen schreiben können, um die eine oder andere Sache besser zum Ausdruck zu bringen oder auch einfach den Post so weiter zu schreiben wie ich ihn angefangen habe, aber Perfektionismus ist ein Auslöser für Downs, also lass ich es so, wie es ist.


Bleibt optimistisch!

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Interressant!

auf welche weise du einen post schreibst, scheint unerheblich wenn es nur öfter als alle 2 monate ist.

grundsätzlich ein thema zu dem ich nicht wirklich beitragen kann - dazu bin ich einfach zu stur geraten großartige nagende selbstzweifel und depressionen, so ich diese hätte, kommen mir wohl nicht so zu bewusstsein.

solche zustände ereilen mich höchstens wenn ich raus muss, und mit dem schnöden volk interagiere. fremdschämen und hass auf die dummheit der menschen, JA, auf mich selber NEIN.
für mich ist der steem wohl meine therapisitzung, hier kann ich alles reinballern was mich stört und ärgert - muss mich dabei aber nicht mit menschen direkt unterhalten. schriftliche unterhaltungen sind zwar viel ungenauer, dennoch viel angenehmer als das stimmliche dummgeschwätze eines gegenübers im RL.

wie schon einst pipi langstrumpf sagte:

ICH MACH MIR DIE WELT, WIE SIE MIR GEFÄLLT!

ändern und retten kann ich nix, also bleibt nur das ignorieren. grundsatz bleibt:

schuld sind immer die anderen!

deshalb liegt es niemals an mir, darum geht es mir GUT!

Und so ist es.
Selbstzweifel kenne ich auch nicht, auch nicht als Kind.
Da hast Du doch was schönes geschrieben!
☘💕

;-)))

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na, fühlst dich schon besser mädel?

Da bist du ja richtig sensibel ;-) was mich eigentlich auch nicht wundert. Ja, es geht wieder bergauf...

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Ich möchte dir in vielen Punkten widersprechen.
Ich bin bekanntlich selber depressiv, aebr gerade deshalb nicht bereit, den Fehler bei mir zu suchen.
Schließlich triggern mich ganz aktuell Entscheidungen oder Nichtentscheidungen, die andere treffen.

werde dieses Jahr mein Informatikstudium anfangen, weil Programmieren mein Hobby ist und ich keinen Plan habe, was ich sonst machen soll

Ähem, bekanntlichermaßen ist Programmieren das letzte, was du im Informatikstudium tust (von ein oder zwei Vorlesungen im ersten Semester mal abgesehen). Und darauf ist es schon in den 70ern-90ern hinausgelaufen. Physiker programmieren, Mathematiker programmieren, E-Techniker programmieren. Informatiker entwickeln Konzepte, wie Programme auszusehen haben und was sie können müssen.
Deshalb habe ich nicht Informatik an der Uni studiert. An den früheren FHs sind die Anforderungen sicher immer noch niedriger.
Mein Tip: such dir einen E-Technik-Informationstechnik-Kombistudiengang.

Depressionstherapie besteht ja zum großen Teil daraus, daß man irgendwas annimmt. Also könnte man auch den eigenen Perfektionismus annehmen. Bevor man in eine andere Richtung gedreht wird, mit der man innerlich nicht glücklich wird ...

Ich wollte nicht ausdrücken, dass man bei sich irgendeinen "Fehler" suchen soll. Denn dieser, so es ihn denn überhaupt gäbe, wäre sicher nicht der Grund für Depression.
Vielmehr wollte ich deutlich machen, dass man seinen inneren Umgang mit äußeren Umständen sehr wohl verändern kann. Das würde ich nicht als Fehlersuche sondern als Verbesserungsanstrengung ansehen.
Ich selbst war nie in Therapie, daher kann ich nichts darüber sagen, aber wo du das Vorgehen in Therapie ansprichst:
Genau das wollte ich vermitteln.
Aber, sollte ich den Perfektionismus annehmen oder die Tatsache, das man viel sehr gut, aber nicht alles perfekt machen kann?

Ich hab auch keine Erfahrungen mit ambulaten Therapien, habe meine ja abgebrochen.
Ich erlebe nur selber, daß es mich triggert, wenn ich mich frage, warum hat der andere dieses oder jenes jetzt nicht so gemacht, wie ich es machen würde (unter der Prämisse, daß ich die besagte Sache besser durchdacht habe). Und das passierte in den letzten Monaten nicht nur einmal, sondern mehrfach.
Aber ich bin diejenige, die sich in Frage stellt und bisher davon ausging, daß nur bei ihr etwas schief lief (was immer noch der Fall ist).
Und das ist richtig schmerzhaft.

bekanntlichermaßen ist Programmieren das letzte, was du im Informatikstudium tust

Das ist mir klar, dennoch ist mein Hobby der Grund, warum ich mich für dieses Studium entscheide. Mich interessiert auch immer das Dahinter. Außerdem lehrt mich das Studium die Dinge, die ich für größere Programmierungen wissen müsste, aber dank meiner lausigen Internetrecherchefähigkeiten nicht weiß. So gesehen ist das Studium die Theorie zu der Praxis meines Hobbys, da liegt die Verbindung.
Falls ich allerdings tatsächlich nicht froh damit werde, kann ich mir immer noch Physik einverleiben. Das passt vom Interesse, dem Verständnis und den Schulnoten.

Freiesschreiben ist ja genau dafür dass man schreibt was man denkt, was so einfällt...mit logisch hat es nichts zu tun nur mit 5 minuten schreiben ohne auf zu hören.

Ein fröhlicher Mensch bin ich auch nicht und ich habe nie ein plan für mich gehabt.

Depressiv ... dafür kann es viele Grunde geben. Mangel an Geld oder Gesundheit zum Beispiel.

Unnormal habe ich mich noch nie gefühlt. Niemand halte ich so schnell für unnormal eher für langweilig.

Positiv denken hilft... glaub daran dass das Universum schon alles regelt.
☘💕

Sehr schöner Artikel... ja, es fällt auf, dass du unterschiedlichst schreibst, formulierst oder dich selbst "zensierst"... Traurige Geschichte... Kinder sollten eigentlich noch fröhlich und frei aufwachsen.... ist heute nicht mehr selbstverständlich. Schreiben ist eine gute Sache.... mache ich so für mich, wenn es mir grad mal nicht so gut geht... Also schreib!

Ich denke es ist nie selbstverständlich gewesen und wird es auch nie sein. Früher war es genauso, wenn nicht gar schlimmer. Nur weiß man vielleicht nichts davon... Allerdings gibt es dasselbe wahrscheinlich zum ähnlichen Anteil auch unter Erwachsenen.
Ich wollte nicht über mich schreiben, sondern vielleicht einen Anstoß geben zum Nachdenken über sein eigenes eventuelles "Problem". Der letzte Abschnitt sollte nur dazu dienen, das Gefühl zu vertreiben, dass ich keine Ahnung haben könnte.