Freiheit...

in Kururu3 months ago (edited)

Freiheit wird nicht durch Erfüllung der Gelüste erreicht, sondern durch Abschaffen des Begehrens.

Epiktet (griechischer Philosoph, römischer Sklave), ~50-138 n.Chr.

Das Glück besteht nicht darin, dass du tun kannst, was du willst, sondern darin, dass du immer willst, was du tust.

Leo Nikolajewitsch Tolstoi (russischer Schriftsteller), 1828-1910


brave.jpg


Ich liebe das Märchen "Hans im Glück" (~1845) der Gebrüder Grimm!

Was für ein Honk, dieser Hans. Bekommt von seinem Lehrherrn einen Klumpen Gold und seine Freiheit. Mit beidem macht er sich auf den Weg nach Hause. Unterwegs tauscht er seinen Goldklumpen gegen ein Pferd, das abhauen will. Das Pferd tauscht er gegen eine Kuh, die zu alt ist zum Milchgeben. Die Kuh tauscht er gegen ein Schwein, das sich als angeblich gestohlen herausstellt. Das Schwein tauscht er gegen eine Gans, die Gans gegen einen Schleifstein, und der Stein fällt in einen Brunnen.mit leeren Händen zu Hause angekommen freut sich Hans, endlich frei von allem zu sein.

aus: Karsten Dusse, Achtsam morden. Heyne Verlag München, 2019, S. 114f

Der Goldklumpen ist für mich eine wunderschöne Metapher für Werte. Werte, die uns geprägt haben, zu denen wir erzogen worden sind, die uns die Gesellschaft auferlegt. Werte, die womöglich gar nicht unseren eigenen inneren Werten entsprechen.

Weshalb ich mich momentan total frei, glücklich und zufrieden fühle, obwohl ich meine Reisepläne wieder kippe, weil ich mich frei entschieden habe, mich nicht impfen zu lassen, erfährst du in Kürze in meinem Praktikumsbericht. Ich habe leider noch kaum Fotos, ich "musste" halt arbeiten. Und außerdem habe ich meine freie Zeit am Computer mit der irrwitzigen Überarbeitung der Netiquette verbracht. Sehr freiwillig, im Resultat absolut zufriedenstellend.


Bild: Screenshot aus dem Film "Braveheart" (Mel Gibson als William Wallace), 1995


09.05.2021


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Ich mag deine Zitate und das Märchen, in dem Zusammenhang mit Freiheit. Wirklich super!
Die Gebrüder Grimm, kommen auch in einem meiner Texte vor, den ich bald veröffentlichen Werde.

"Freiheit wird nicht durch Erfüllung der Gelüste erreicht, sondern durch Abschaffen des Begehrens."

Und wie befreit man sich von seinen Begehren?
Nicht indem man sie bekämpft. Sondern in Selbstliebe und Annahme lösen diese sich von selbst auf. Wenn man den Mut hat sich seine Begehren und die damit verbundenen Bedürftigkeiten anzuschauen, um Bewusstsein dort hin zu bringen.
Nichts ist schwieriger als, die unterdrückten Begierden zuzulassen und Verantwortung für sich zu übernehmen. Aber es ist der einzige Weg in die Freiheit.
So erlebe ich es jedenfalls ;)

 3 months ago 

Vielen Dank für die Wertschätzung meines "Zitatauswahl" und die phantastische Erweiterung durch deine tiefgründigen Gedanken.
Du sprichst mir aus der Seele! Ich denke bereits nach diesen kurzen Begegnungen, dass wir beide uns auf einem sehr ähnlichen Erkenntnisweg befinden. Ich bin mir sicher, dass wir im weiteren Verlauf unseres Kennenlernens noch über den ein oder anderen konkreten Schritt "sprechen". Ich bin schon viele gegangen, manche taten sehr weh, im Endeffekt bin ich aber auch dafür dankbar, denn sie haben zum jeweils momentanen Ziel geführt: Sie haben mich weitergebracht. Und wenn es sich nur um ein Umdenken oder die Fokussierung des Bewusstseins in eine andere Richtung handelte. Mein Erleben... :-)

💛 Aho!

Und zu deinen weiterbringenden, schmerzvollen Taten fällt mir ein Zitat von Jesus ein, was ich mag. Auch wenn ich überhaupt nicht Relligiös bin 😅

"Dein Schmerz wird deine Befreiung sein"

Eine freie Entscheidung die Respekt erfordert. Ich hoffe man entzieht Dir dafür nicht die Grundrechte.

Alles Liebe.

 3 months ago 

Na, das hoffe ich doch auch. Äh, wir alle... ;-)
Lieber Gruß,
Chriddi

Ich warte immer noch auf einen nasalen Impfstoff und selbst dann wäre ich unsicher ob wir es nicht mit zeitlicher Latenz eines Tages mit einem VAED Problem zu tun haben werden.

So langsam gelangt die VIA Problematik der intramuskulären Impfstoffe in den Focus. Schau Dir mal den Rote Hand Brief des Paul Ehrlich Institutes an zur Gentherapie von Jansen an.

https://www.pei.de/SharedDocs/Downloads/DE/newsroom/veroeffentlichungen-arzneimittel/rhb/21-04-26-covid-19-vaccine-janssen.pdf?__blob=publicationFile&v=3

Auch für Biontech wird eine Häufigkeit von 1-10 Prozent inzwischen genannt, wenn es um die Thrombozytopenie geht.

 3 months ago 

Hihi, ich hätt's mir denken können... ;-)
Nein, ich schaue mir "sowas" von "beiden" Seiten schon lange nicht mehr an.

Gestatte mir noch zwei weitere "Vorworte":

Ich respektiere und akzeptiere jede freie Entscheidung für oder gegen eine Impfung. Jeder wird für seine Entscheidung Gründe haben, die ich nicht als "falsch" oder "richtig" beurteile. Was sich für mich gut oder richtig anfühlt, darf sich für andere genau umgekehrt anfühlen.

"Impfen" taucht in diesem Beitrag ein einziges Mal auf. Natürlich kann ich meinen Lesern nicht "vorschreiben", worauf sie ihren Fokus setzen. Mein Schwerpunkt lag in der Philosophie, bei einer "alternativen" Definition von Freiheit und Glück.

Ich suche die "Schuld" an irgendetwas meist nicht im Außen. Deshalb ist mir das erste Zitat fast am Wichtigsten.
Du weißt, dass (wir alle seit geraumer Zeit) ich in meinem Sabbatjahr nicht alles tun kann, was ich will. Nun könnte ich jammern und brüllen - und mir damit ständig selbst schlechte Laune bereiten - oder ich akzeptiere die Bedingungen. Ich akzeptiere sie und damit auch Einschränkungen (nicht im Denken und beim Treffen von Entscheidungen!) und Konsequenzen. Ich kann also immer noch nicht alles tun, was ich will, aber ich will das (tun), wofür ich mich entschieden habe. Und damit fühle ich mich ausgesprochen gut - und frei. Außerdem ist zum Glück kaum eine Entscheidung in Stein gemeißelt.

Würde mich total freuen, wenn es dir gelingt, diese Zeilen ohne "Corona" im Hinterkopf, sondern in Bezug auf eine ganz allgemeine Lebenseinstellung zu lesen... :-)

Ich hab die Zeilen ohne Corona gelesen, bis der letzte Satz mich daran erinnerte....😉

Take it easy ist eine sehr gute Einstellung. Noch wichtiger ist sich bei dem wozu man sich entscheidet gut zu fühlen.👍👍👍

✨🦋🙏

Wir sind doch in Sachen Freiheit in Deutschland, in Westeuropa recht gut gestellt, wenn auch zur Zeit einige Einschränkungen bestehen, die den einzelnen mehr oder weniger belasten. Wenn ich daran zurück denke, als ich das erste mal mit dem Auto durch die DDR fuhr, das war ein beklemmendes Gefühl an der Grenze. Nur ein kleine Sache, aber mit nachhaltiger Wirkung, wie dort die Macht ausgespielt wurde.

 3 months ago 

Moin Jochen,
das sehe ich genau wie du (und an Vergleiche mir der DDR mag ich gar nicht denken).
Ich kann tatsächlich tun, was ich will, und vor allem wollen, was ich tu, wenn ich die Einschränkungen akzeptiere. Und ich kann meinen Willen ändern, das eine mehr wollen, als das andere, etwas anders bedenken, umdenken, abwägen und mich ganz frei - oft von einer Minute auf die andere - umentscheiden...

Als älterer Mensch und Risikopatient habe ich für mich frei entschieden mich impfen zu lassen. (Natürlich dachte ich, dass Bill G. sein Chip etwas mehr Schwung in meinem traurigen da sein bringt) (ironie off)

Du hast ein kleines Upvote von unserem Curation – Support – Reblog Account (German Steem Bootcamp) erhalten. Dieser wurde nanuell erteilt und nicht von einem Bot. Mit freundlichen Grüßen @cultus-forex
Du findest uns im Discord unter https://discord.gg/Uee9wDB
 3 months ago 

Das ist schön, somit sind wir schon mal mindestens zwei, die kriteriengeleitet ganz frei entschieden haben.
Hör bloß auf, der Chip hat mich bei meiner Abwägung schwer in die andere Richtung denken lassen: Ich bin doch so ein "Orientierungswunder" und war schon scharf darauf, immer wieder gefunden zu werden... ;-)
Schönen Wochenstart,
LG Chriddi

Jede Entscheidung (in dieser und den meisten anderen Fragen), die auf eigenem und freiem Beschluss basiert, ist zu respektieren.

schöner post,genauso ist es mit dem frei fühlen wenn man loslässt....
super schönen sonntag dir noch

 3 months ago 

Danke dir.
Ja, das glaube ich - habe es schon oft u.a. aus deinen Beiträgen herausgelesen und kann es in bestimmten Bereichen selbst bestätigen.
Schönen Wochenstart!

Moin! Habe jetzt die Muße, auch paar ältere Beiträge zu sichten - die ersten paar Tage habe ich mich auf aktuelles konzentriert. Das hier gefällt mir - eigentlich wollte ich viele kluge Sachen dazu schreiben und mußte lesen, daß die bereits alle so kommentiert wurden ;-)) Ich mag das. Und fühle mich frei, etwas mehr Philosophie ins Spiel zu bringen. Das funktioniert z.B. auf Facebook nicht wirklich, weil man eben eh mit den eigenen Leuten redet, die man kennt und die ähnlich ticken. vielleicht ergeben sich hier andere Dialoge... Deine Einstellung ist Klasse! Bis demnächst an anderer Stelle ;-))

 3 months ago 

Oh, danke für deine tolle Rückmeldung! Freut mich sehr - zum einen natürlich, dass du meinen Beitrag "nachträglich" liest, zum anderen, dass sich bei dir die erste große Steemit-Aufregung etwas gesetzt hat... ;-)
Ich lese immer gern Philosophisches und Spirituelles. Also bitte immer gerne... :-) Habe zwar nicht immer die Muße, mich auch kommentierend mit tieferen Texten auseinanderzusetzen, aber es ist immer wieder schön, auf ähnlich Denkende zu stoßen.
Hihi, ich bin noch dabei, mich an die tatsächliche Umsetzung meiner Einstellung zu gewöhnen, fühlt sich aber noch immer sehr, sehr gut an.
Bis bald,
liebe Grüße,
Christiane

Das ist schön... Meine erste Frage war: wo / was hast Du von Epiktet gelesen und was bedeutet er / das gewählte Zitat in diesem Zusammenhang für Dich? Nur, falls Du gerade Bock hast ;-))

 3 months ago 

Hi Heike,
die erste Frage ist nun ganz einfach zu beantworten: Ich denke, ich habe von Epiktet im Ethik-Seminar während des Studiums gehört. Weiß es aber nicht mehr genau (schon zu lange her), irgendwo muss er mir aber mal über den Weg gelaufen sein. Ich habe mich aber nie intensiver mit ihm auseinandergesetzt.
Dieses Zitat ist mir beim Aufräumen und Sortieren einiger Kinderbücher über den Weg gelaufen: Chris Haughton - Oh nein, Paul!
Alles, was man gerade benötigt oder womit man sich auseinandersetzt, kommt zur rechten Zeit im richtigen Moment - an dieses universelle Gesetz glaube ich ganz fest, es gibt keine Zufälle.
Grob zusammengefasst bedeutet das Zitat für mich, dass es an einem selbst liegt, wovon man sich fesseln und einschränken lässt. Z.B. konnte man in der letzten Zeit nicht einfach so in ein Restaurant gehen, wenn einem nach Essen auswärts gelüstete. Jammer, jammer, Freiheitsberaubung! Schaffe ich das Begehren "auswärts* ab und lasse einfach nur den Appetit/Hunger stehen, bin ich total frei, mir selbst etwas Leckeres zuzubereiten. Mein Beispiel hier war reisen. Speziell geht es sogar um eine Norwegenreise zu Mittsommer. Das wollte ich schon immer mal machen, jetzt wäre eine super Gelegenheit, das ich nicht - wie sonst - an die Sommerferien gebunden bin. Ich akzeptiere, dass ich diese Reise aufgrund der Corona-Maßnahmen nicht antreten kann. Jammer, jammer, Freiheitsberaubung! Ich schaffe den Wunsch lieber ab (oder verschiebe ihn, man muss ja nicht sofort ein asketischer Philosoph in der Tonne werden) und mache es mir auf andere Weise (für mich) schön - das ist meine freie Entscheidung.
Der nächste große Punkt ist die Arbeit, der Job. Jeden Tag mit Unwohlsein und unter Zwang? Wer zwingt dich? Dein Begehren nach Geld, sozialer Anerkennung etc. Das Geld braucht man wieder zur Befriedigung von Gelüsten. Begehrst du weniger und lebst etwas genügsamer, geht's locker auch ohne den gut bezahlten Job und du kannst frei entscheiden, was dir Freude macht.
Das ist meine Interpretation - ist bisschen länger geworden... ;-)
Liebe Grüße,
Chriddi

Wunderbar - und eben gar nicht so leicht. Ich bin total bei Dir, was die Reduktion von Begehrlichkeiten angeht. Ich bin weder asketisch veranlagt noch ein Genußignorant, aber ich mag nicht abhängig sein von irgendwem oder irgendetwas. Also versuche ich immer so zu leben, daß es auch ohne geht. Also ohne Konsum, Kommerz, Besitz, Erlebnis, Kontakt,... Wenn Du mich fragst, was ich wirklich brauche, ist die Liste echt kurz: gute Musik, Kaffee und Diskurs. Das ist aber nur in der Theorie so. Praktisch brauchen wir heute noch Geld. Nicht übermäßig viel, aber für die Deckung der Grundbedürfnisse. Das verdiene ich mit einem Job, der mir Freude macht und den ich als sinnvoll erachte. Keine Belastung durch ungeliebte Arbeit, also... Ich muß allerdings reisen dafür. Über Grenzen pendeln, von Baustelle zu Baustelle ziehen. Und da sind seit über einem Jahr entweder die Grenzen dicht oder Quarantänefristen einzuhalten, die mir kein Auftraggeber zusätzlich zahlen kann. Ich habe seit 15 Monaten von Ersparnissen gelebt, die ich auf ausreichend für 6 Monate +- geschätzt hatte. Einschränkung geht! Allerdings auch nur, bis nichts mehr übrig ist. Seit vier Wochen bin ich dabei, Schulden zu machen. Das ist in meinem Weltbild eigentlich nicht vorgesehen. Schulden machen abhängig - siehe oben. Meinen persönlichen Kreis kriege ich auf die Art halt gerade nicht rund; vielleicht suche ich deshalb nach Input ;-))

 3 months ago 

Das kann ich alles sehr gut nachvollziehen. Und wie immer hat jede Seite mehrere Medaillen und jeder Einzelne von uns hat seine eigene "Schmerzgrenze".
Du "erträgst" viele Einschränkungen von außen, weil du deinen Job gern ausübst und es ist deine freie Entscheidung, dafür jetzt sogar Schulden aufzunehmen. Irgendwann (ich wünsche dir natürlich nicht, dass es so kommt), könnte es sein, dass dir das zu viel wird und du es einfach nicht mehr willst. Dann könntest du die Begehrlichkeit auf den Job (weil er dir so viel Spaß macht) aufgeben. Dafür wirst du natürlich abwägen, kannst dennoch frei entscheiden. Dann wäre es sehr gut, dass du nicht unter der Entscheidung leidest, sondern aus deiner Genügsamkeit heraus sagst "So geht's auch und ich werde schon was finden, was mir wieder Freude macht."
Ich persönlich habe tatsächlich schon einige Goldklumpen eingetauscht.
Eine Aussage meiner Steuerberaterin vor etlichen Jahren werde ich nie vergessen, vielleicht war sie sogar (auch) ausschlaggebend für mein Umdenken:
Mein Ex-Mann und ich hatten ein Haus, der Verkauf wäre zum Zeitpunkt der Trennung eine "finanzielle Katastrophe" gewesen, also haben wir vermietet. Das war sehr nervig. Irgendwann, als die Immobilienpreise über Jahre endlich gestiegen und Kredite relativ günstig waren, beklagte ich mich bei der jährlichen Steuerberatung, dass ich nicht verstünde, weshalb die Mieter das Haus nicht endlich kaufen. Sie arbeiteten sogar in einer Bausparkasse und wüssten, dass sie im Vergleich von Miete zu Abtrag wesentlich günstiger fahren würden... "Besitz bindet."

Ja, ich bin jetzt dabei, quasi ein zweites Standbein aufzubauen. Mit wenig Energie, aber aus Notwendigkeit und darum auch aus eigenem Antrieb. Ich wollte noch 5, 6 Jahre weiter arbeiten wie bisher und dann langsam kürzer treten, meinen Nachfolger einarbeiten. Das sind so Lebensplanungen, von denen der Abschied bißchen schwer fällt. Sprich: der potentielle Nachfolger konnte es sich nicht leisten, so lange auf sein Einkommen zu verzichten, der hat halt kleine Kinder zu versorgen. Ob ich noch einmal jemanden finde, der mir so ähnlich denkt und agiert...? Ich finde ja auch, daß Brüche / Umbrüche gut Bausteine für etwas Neues sein können, ich bin kein negativer Mensch. Aber es darf auch mal zu viel werden. Ist gerade so. Im vollen Bewußtsein, daß alles Jammern auf hohem Niveau ist und viel Schlimmeres existiert als mein kleines Elend ;-)) Danke Dir!

Hi @chriddi, ich hab' dir im Discord eine PM geschickt. LG, Werner

Nach langer Zeit kommentiere ich mal wieder hier auf Steem. Dein zweites Zitat hat mich sofort an das hier erinnert:

Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, daß er tun kann, was er will, sondern daß er nicht tun muß, was er nicht will.

Jean-Jacques Rousseau (1712 - 1778), Genfer Schriftsteller, Philosoph und Pädagoge; wichtiger Wegbereiter der Französischen Revolution

Auch der eloquenteste Voluntarist könnte es wohl nicht besser ausdrücken!

Zum großen Themenkreis Goldklumpen (Geld, Finanzen, Ökonomie etc.) und Werte (sowohl in ökonomischer als auch in ethisch-philosophischer Hinsicht, was sich aber bei näherer Betrachtung gar nicht auseinanderhalten lässt) könnte ich sogar einige Beiträge raushauen (habe ich auch schon lang vor). Zum Thema Werte in ökonomischer Hinsicht habe ich vor langer Zeit das geschrieben: Wert, Preis und Kaufkraft - eine Begriffsklärung, die für das Geld-Verständnis enorm wichtig ist

Wie schon so oft ein lesenswerter Betrag von dir!

 3 months ago 

Moin Hans,
fein, mal wieder von dir zu hören... :-)

Jo, da könnte man ja fast meinen, das Tolstoi - als der Jüngere - von Rousseau abgeschrieben habe... ;-)
Beide Zitate - das eine zum Glück, das andere zur Freiheit - bieten viel Stoff zum Philosophieren, können aber auch ganz einfach so stehen bleiben.

Bei Epiktets Zitat habe ich absichtlich dazu geschrieben, dass er nicht nur Philosoph, sondern auch Slave war. D.h., man kann sich auch unter (körperlicher) Freiheitsberaubung frei fühlen, wenn der Geist frei bleibt. Will er die Zwangsarbeit ausführen? Vermutlich. Er entscheidet sich dazu in dieser misslichen Situation, um zu überleben. Muss er sie ausführen? Nö. Nicht, wenn er sich frei entschieden hat, dafür die übelsten Strafen bis hin zum Tod zu erhalten. Und damit wären wir beim recht weit ausgelegten Rousseau...

Hänschen verbindet nun Glück mit Freiheit, was nicht von jedem so gelebt wird. Gibt halt Menschen, die einzig mit ihrem Goldklumpen glücklich sind bzw. vorgeben, glücklich zu sein. Vielleicht haben sie ihn auch erhalten, weil sie immer wollten, was sie taten...

Danke!

Von Anfang an habe ich die gleiche Entscheidung getroffen. Vielleicht wird es irgendwann zur Pflicht (was gegen die Freiheit ist), aber so lange ich es vermeiden kann, werde ich es nicht tragen. Es freut mich zu lesen, dass Sie glücklich sind. Grüße!

 3 months ago 

Sí, soy feliz. En este momento estoy dando mucho en muchos niveles de mi vida y -no es la primera vez- dar te hace más feliz que recibir, recibes tanto a cambio... :-)
Si te cuidas lo suficiente, todo está bien... ;-)

 3 months ago 

Vielen Dank für den tollen Post!

 3 months ago 

Gerne, gerne.
Bisschen kurz für eine andere Community, aber schlecht ist er deswegen noch lange nicht... ;-)

 3 months ago 

In der Kürze liegt die Würze :)

You are a great person, and stick to your mind..
You are different from me...
I have been vaccinated, it scares me ...
I can say I am forced, because if I don't get vaccinated I have to sign a refusal and I will be kicked out of my job ...
What do you think about that?

 3 months ago 

I have decided for myself personally that compulsion is never external and that I can continue to decide freely. The outside sometimes imposes conditions, but I can decide whether I accept them. If I do not accept them, I accept out of free will, the consequences and restrictions that MY own decision brings with it.

Well, " vaccinate " is only one word in this post, which is actually a slightly different philosophical consideration of " freedom ". Therefore, I do not want to go into "our" virus and the measures to protect it from spreading.
However, I would like to give you some kind of spiritual advice:
Do not be afraid! Do not be afraid of the disease, do not be afraid of the vaccination. Fear is a very bad advisor with bad energies, which have a negative effect on the consciousness and also the state of health of the person.

 3 months ago 

Da hat der gute Herr Tolstoi aber einen "Denkfehler" in seiner Aussage, denn je nach Lage geht Aussage zwei ohne den Bestand von Aussage eins nicht. Das was ich gerade tun MUSS, mag ich so gar nicht! Komme aber nicht drum herum. Hat nach Tolstois Auslegung dann mal so gar nichts mehr mit glücklich sein zu tun, aber das schmiedet ja bekanntlich jeder selbst. Da muss man eben sehen, was man aus den Brocken macht, die einem das Leben vor die Füsse wirft.

 3 months ago 

Das ist zwar gerade Stoff für eine mehrstündige Klausur im Abiturjahrgang Philosophie, ich versuch's trotzdem... ;-)
Ich sehe keinen "Denkfehler" (außerdem ist die Denke auf einen einzigen, kernaussagenden Satz reduziert.
Steht ja nirgends, dass du a) immer glücklich bist und b) man alles, an dem, was man tun WILL, mögen MUSS.
Ich habe gleich etwas zu tun, was mir sehr gut gefällt, das WILL ich tun, obwohl einiges... na ja, gibt appetitlichere Arbeit. Dafür MUSS ich früh aufstehen, was ich gar nicht mag, trotzdem WILL ich, da es halt nur das Gesamtpaket gibt. In Summe will ich also alles, was ich tue.