Muslime in Deutschland - Studien und Geschichte

in #muslimelast year (edited)

Hallo liebe Steemians,


man hört und liest es immer wieder in den Medien - Muslime sind eine freundliche und integrationsfreudige Bevölkerungsgruppe, sie werden nur falsch verstanden. Alltagsrassismus und Stigmatisierung der bösen deutschen Mehrheitsbevölkerung sind der Grund, dass sich diese nicht richtig entfalten könnten.

In diesem Artikel soll es also um Muslime in Deutschland gehen. Ich beziehe mich auf ältere Artikel und Publikationen- einen  Artikel der Süddeutschen Zeitung und auf Publikationen der Bertelsmann Stiftung. 

Den Artikel durchzulesen ist nicht notwendig zum Verständnis, aber empfehlenswert. Der Artikel möchte, gestutzt von Studien, ein positives Bild von Muslimen in Deutschland erzeugen. Mit meiner Gegendarstellung möchte ich zeigen, dass der Artikel für diesen Zweck tendenziös geschrieben wurde.


Mythos Wirtschaftswunder

Wie schon häufig postuliert wurde, wie etwa von Herbert Grönemeyer, wird in der Süddeutschen der Mythos bedient, dass das Wirtschaftswunder der 50er und 60er Jahre durch türkische Gastarbeiter ermöglicht wurde. Bis vor 1969 spielten die türkischen Gastarbeiter in der Gesamtzuwanderung jedoch eher eine marginale Rolle, so auch bei Wikipedia zu lesen. Spätestens 1973 endete jedoch bereits offiziell der Wirtschaftsboom. Sprich eine Korrelation oder gar Kausalität zwischen türkischen oder muslimischen Gastarbeitern zum Wirtschaftswunder der BRD ist nicht auszumachen.


Die Bertelsmann-Stiftung

Der Autor der Süddeutschen zitiert in seinem Artikel durchgehend die Bertelsmann-Stiftung. In Folge dessen habe ich mich mit den Publikationen und Meldungen dieser zum Thema beschäftigt, die immer unter dem Namen Religionsmonitor laufen. Daher werde ich jetzt etwas ausholen.

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass man solche Studien, in denen man Menschen befragt, nicht zu hoch bewerten sollte. Sie haben viel weniger Aussagekraft als etwa Kriminalstatistiken; Menschen stellen sich gerne besser dar, als sie sind. Die Frage ist, ab wann eine Studie wirlich repräsentativ wird und wie die Probanden ausgesucht wurden. Des Weiteren gibt es eine Leitlinie im Islam ("Taqiya"), nach der man bei Gefahr seinen Glauben und Ansichten verschleiern darf oder, je nach Auslegung, auch zum eigenen Vorteil gegenüber Nichtmuslimen das Lügen erlaubt ist.

Bei den Pressemeldungen wird schnell deutlich, dass die Bertelsmann-Stiftung noch tendenziöser arbeitet als der Autor der Süddeutschen Zeitung. Es wird zwanghaft versucht, Muslime positiv und als Opfer darzustellen und die Mehrheitsbevölkerung als paranoid und intolerant hinzustellen.

Ein einfaches Beispiel zur Widersprüchlichkeit ihrer "Forschungsergebnisse" in dieser Meldung, auf dessen Inhalt sich auch der Autor der Süddeutschen bezieht:

Muslime in Deutschland zeigen sich mehrheitlich fromm und liberal  zugleich. 63 Prozent der Muslime, die sich als ziemlich oder sehr religiös bezeichnen, überdenken regelmäßig ihre religiöse Einstellung. 

Wie kann jemand gleichzeitig fromm und liberal sein? Wie kann man sehr religiös sein, aber gleichzeitig regelmäßig seine Religion hinterfragen? Das sind für mich Dinge, die sich nicht miteinander vereinbaren lassen.

Es zeigt sich einfach, neben ihrer Islam-Apologetik, dass die Schlussfolgerungen ihrer Forschung komplett sinnentleert sind.

Das zeigt sich auch an anderer Stelle in einer Publikation:

Auf Seite 30 haben sich Muslime in allen vier Kategorien Tradition, Sicherheit, Hilfsbereitschaft und Hedonismus die höchstens Werte zugeschrieben. Sprich, sie sind etwa gleichzeitig am traditionsbewussten und haben das größte Bedürfnis nach Sicherheit, sind aber gleichzeitig auch die am hedonistisch veranlagtesten von allen Vergleichsgruppen. Man sieht auch hier, wie sinnvoll und aussagekräftig die Methodik der Bertelsmann-Stiftung ist.

Laut ihren eigenen Publikationen zeigen Muslime deutlich weniger freiwilliges Engagement und niedrigeres zwischenmenschliches Vertrauen, außer gegenüber Ihresgleichen. (S.49/ S.39 u. S.42)

... während in diesem Artikel das genaue Gegenteil vermittelt werden soll.


Trotzdem lassen sich zumindest teilweise einigermaßen interessante Dinge aus ihren Publikationen herauslesen - diese werden immerhin zum Teil vom Artikel der Süddeutschen wiedergegeben.

Eine kurze Auswahl aus der Publikation

  •  Muslime nehmen ihren Glauben ernster als Christen und identifizieren und definieren sich eher nach ihm. (S.17)
  •  Muslime haben eine viel konservativere Haltung zu "ethisch-moralischen" Fragen als die liberale Mehrheitsbevölkerung, was zu handfesten Spannungen führen kann. (S.22/23)
  •  Muslime möchten im Vergleich zur restlichen Bevölkerung eine engere Verbindung zwischen Staat und Religion. (S.24)
  •  Muslime werden in ihrer Erziehung und Sozialisation mehr von ihrer Religion geprägt als Christen. (S.27)
  •  Sie sind im Vergleich mehr von religiösem Eifer betroffen - finden ihre Religion hat Recht, bringen eher Opfer und missionieren. (S.35)


Zusammenfassend kann man sagen, dass die Bertelsmann-Stiftung scheinbar eine Agenda verfolgt und ihre Forschungsergebnisse, auch aufgrund ihrer Methodik, nicht zu viel Bedeutung geschenkt werden sollten. 


Arbeitslosigkeit unter Muslime

Nun kommen wir zur Aussage, der mir beim Lesen direkt in die Augen gesprungen ist - weil es nämlich so deutlich falsch sein muss, dass ich mich wirklich wundern würde, wenn man dies irgendwo auf künstliche Art und Weise hineininterpretieren könnte.

Nur fünf Prozent aller Muslime in Deutschland sind arbeitslos. (Bei Nichtmuslimen sind es sieben Prozent.) 

Schon allein durch die Flüchtlingskrise kann diese Zahl nicht stimmen. Natürlich kommt diese Zahl auch von der Bertelsmann-Stiftung. Sie kam zustande, indem man 1000 Muslime befragt hatte ... ... ... ... 

Siehe auch Kritik dazu: Focus Artikel


Aber wie hoch ist den nun die Arbeitslosenquote unter Muslime wirklich?

Dazu gibt es keine offiziellen Zahlen, jedoch kriegt man ein gutes Bild davon, wenn man die offiziellen Arbeitslosenzahlen von Menschen mit Migrationshintergrund zu Rate zieht. Der Islam ist die verbreiteteste Religion in dieser Gruppe. 

Laut destatis war 2016 die Arbeitslosenquote von Menschen ohne Migrationshintergrund bei aufgerundet 3,5%, bei der Gruppe mit Migrationshintergrund dagegen bei 7,5%. Damit werden Menschen mit Migrationshintergrund mehr als doppelt so stark in dieser Statistik repräsentiert - in einer fiktiven Stadt, in der nur Menschen mit Migrationshintergrund leben würden, wäre die Arbeitlosenquote mehr als doppelt so hoch, als in einer Stadt mit nur ethnisch Deutschen.


(Ir-) rationale Angst vor dem Islam

Zum Ende des Artikels wird der deutschen Mehrheitsbevölkerung eine irrationale Angst vor dem Islam zugeschrieben. Daher werde ich kurz die Problematik des Islam am Beispiel "Scharia" anreißen und islamische Länder geschichtlich betrachten, damit eingeordnet werden kann, wie irrational die Deutschen wirklich sind.

Die Scharia ist die heilige Leitschrift des Islam und sozusagen das Gesetzbuch. In den meisten mehrheitlich muslimischen Ländern ist sie Teil der Rechtsgrundlage, in Ländern wie Saudi-Arabien oder Iran regelt sie das komplette gesellschaftliche Zusammenleben.

Ein großes Problem mit der Scharia ist, dass Frau und Mann, wie auch Muslime und Nicht-Muslime, vor dem Scharia-Gesetz nicht gleich sind. Nicht Muslime können sich sogar schon durch eine nicht muslimische Lebensweise der Blasphemie schuldig machen. Wie auch die Apostasie kann dies mit dem Tode bestraft werden. 

Die Scharia greift in allen Lebensbereichen des Menschen ein und ist wahrscheinlich freiheitseinschränkender und restriktiver als jede Rechtsauslegung in totalitären Diktaturen. Sie sieht drakonische Strafen wie Abtrennung von Gliedmaßen, Auspeitschungen bis hin zu Steinigungen und Kreuzigungen vor. Dabei werden diese zwar im Strafmaß örtlich unterschiedlich angewandt, jedoch ist sie mit Säkularität und der aufgeklärten westlichen Gesellschaft nicht vereinbar.

Fairerweise heißt nicht jeder Muslim die Scharia für gut, schließlich herrscht selbst in mehrheitlich muslimischen Ländern wie die Türkei kein Schariarecht. Daher schauen wir uns kurz - zur besseren Einordnung - Ergebnisse von Studien an, die ähnlich wie die Bertelsmann-Stiftung europäische Muslime befragt haben:

  • 2/3 westeuropäische Muslime halten religiöse Gesetze für wichtiger, als staatliche
  • 3/4 finden, es gäbe nur eine Auslegung des Islam (2013 jeweils 9000 Befragte)
  • In Frankreich möchte jeder zweite junge Moslem die Scharia eingeführt sehen (2016, über 1000)
  •  47% Türkeistämmige Muslime halten die Befolgung der Islam-Gebote für wichtiger als die Deutschen (2016 ~1200 Befragte)
  • Jeweils 2006 und 2009 wünschten sich 40% britische Muslime die Einführung der Scharia

Wie man sehen kann, haben Muslime eine Affinität zur "heiligen" Scharia, knapp die Hälfte zieht sie staatlicher Gesetzgebung vor. (wohlwollend von mir geschätzt) Jedoch geben die Zahlen der Befragungen aus meiner Sicht  (noch) keinen Grund zur Panik - was sich jedoch in ein paar Jahrzehnten ändern kann, betrachtet man Geburtenraten. (Mohammed beliebtester Babyname in Berlin, Frankfurt 50% Migrationshintergrund)

Deutlich wird jedoch, dass sich Muslime oftmals mehr mit den Werten und Leuten ihrer Glaubensgemeinschaft identifizieren, als mit denen ihres Gastlandes. Das ist auch sichtbar, wenn von Parallelgesellschaft die Rede ist oder aktuell von verkehrsgefährdenten Hochzeits-Korsos.

Neben der Scharia ist auch der Prophet Mohammed als Vorbild für Muslime äußerst kritisch zu sehen. Sein Tun und seine zugeschriebenen Aussagen im Koran stehen für all die negativen Eigenschaften des Islam, eine patriachale, freiheits- und frauenfeindliche, kriegerisch und expansionistische Religion mit Alleinherrschaftsanspruch zu sein.

Welche Folgen die Ausbreitung einer konsequenten Auslegung des Islam hat, können wir an unzähligen Ländern sehen. Ein Beispiel wäre das ursprünglich vor allem persisch geprägte Afghanistan, in dem heute fast ausschließlich Muslime leben. Hier ist keine andere Religionsausübung außer des Islam möglich ist, da mit dem Tod zu rechnen ist. Auch die Frauen- und Freiheitsrechte haben sich seit der 1960er Jahre deutlich verschlechtert. Da die individuelle Freiheit der Menschen mit dem Wohlstand eines Landes korreliert, ist der Islam als Auslöser für Armut und wirtschaftlicher Rückständigkeit zu sehen.

Frauen in Kabul 1967

Rant zum Schluss:

Die Politik täuscht aus meiner Sicht die Bevölkerung, wenn sie von Integration spricht, wenn ganz deutlich und sichtbar ein Teil der Muslime nicht Teil der Gesellschaft werden wollen. Integration ist nicht die Aufgabe der Mehrheitsbevölkerung, sondern derer, die neu dazu kommen.  Fast überall auf der Welt wird von Einwanderer erwartet, dass sie sich anpassen, sich an die Gesetze halten und sich selber unterhalten können. Nur in Deutschland wird dies vollkommen auf den Kopf gestellt.

Linke Politiker oder hier die Bertelsmann Stiftung schieben bei Problemen gerne den Deutschen den schwarzen Peter zu, obwohl Einwanderer alle Möglichkeiten haben, sich hier einzufügen und ein Teil der Gesellschaft zu werden - meistens mit Hilfe von staatlich finanzierten Programmen und Unterstützung durch Sozialleistungen. Da sich jedoch die Sozialisierung in der Kindheit vollzieht und Muslime oftmals stark familiär geprägt sind, haben staatliche Integrationsprogramme eine geringe Erfolgschance.

Zudem sollte man nicht erwarten, dass erwachsene Menschen einfach so ihre Kultur ablegen - dies machen die wenigstens Einwanderer, egal woher. Die Politik nutzt den Marketingbegriff Integration zur Beschwichtigung, um eine Lösung für kulturelle Probleme anbieten zu können und das Narrativ einer gut funktionierenden, heterogenen Gesellschaft aufrecht zu erhalten.

Deutsche sind im Vergleich mehrheitlich tolerant und weltoffen, was man von vielen Muslimen, bei denen etwa Homophobie (siehe Scharia) und Judenhass weit verbreitet ist, nicht behauptet werden kann. Rassismus als großes Integrationshindernis in Deutschland anzuführen ist hanebüchen und zeugt nur davon, welche Leute hier Politik betreiben. (siehe auch "Menschenjagd"-Lüge: Verleumdung des Volkes durch die eigene Regierung)

Menschen, die Veränderungen in ihrer Heimat durch das Experiment "Massenansiedlung" bzw. dem UN-Projekt "Ersetzungsmigration" wahrnehmen und bedenken äußern, oder vielleicht einfach keine Lust haben, noch mehr Steuerlast aufgebürgt zu bekommen, werden als Rassisten verunglimpft oder mit dem Titel "besorgter Bürger" lächerlich gemacht. Dabei müsste zumindest jeder der in einer Großstadt wohnt Veränderungen wahrnehmen - wobei vieles auch nicht mit Migration, sondern (vereinfacht) mit sozialistischer Politik zu tun hat.

Zusammenfassend möchte ich sagen, dass die Angst vor einer Islamisierung durchaus rational ist, jedoch teilweise übertrieben wird und von wichtigeren Problemen ablenkt. Vor allem aber sollte man nicht Muslime pauschal als Feinde wahrnehmen. Die meisten Muslime in Deutschland leben den Islam nicht fundamentalistisch aus. Der wahre Feind ist die Regierung und Organisationen, die es mal werden wollen. (EU, UN) Sie sind die Auslöser und die Profiteure von gesellschaftlichen Konflikten.

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Lesenswerter Artikel.
Falls du es nicht mitbrekommen hast: Die meisten Leute hier sind mittlerweile zu hive übergelaufen und machen dort weiter.

Dankeschön, bin selber nicht wirklich zufrieden damit. Schon alleine weil er nicht aktuell ist, habe den zu 80% vor 2 Jahren geschrieben ..
Das mit Hive habe ich mitgekriegt, hab mich da auch schon mit diesem Account angemeldet und ziehe auch um, aber bin sowieso kaum aktiv auf steem gewesen.

I a gree with you. very extraordinary article.